Unvergessene Boci

Boci…..

ich weiss gar nicht, wie ich anfangen soll! Mir stockt der Atem und mir fehlen die Worte! Mein Engelchen ist nicht mehr bei uns. Dass ich diese Worte schreiben oder überhaupt darüber sprechen muss, bricht mir bzw. uns das Herz. Wir sind so schockiert und können es gar nicht glauben. Ich denke immer noch, dass sie gleich um die Ecke kommt und mit mir spricht. Ja spricht. Boci und ich haben immer miteinander gesprochen. Und nun ist es still.
Selbstverständlich wissen wir alle, dass unsere Zeit begrenzt ist. Wir wissen, dass der Tag X kommen wird. Ist man darauf vorbereitet? – Nein, ein klares NEIN! Es reißt einem so den Boden unter den Füßen weg, dass man keinen klaren Gedanken mehr fassen kann. Wir wollten doch noch so viele Dinge machen. Noch einmal in den Süden fahren, damit sie den Berg auf dem Rücken runterrutschen kann; noch einmal die unglaublichen Gerüche aus dem Wald zusammen inhalieren; aus dem eiskalten Bach trinken und zusammen ein Fleischkäsweck essen; noch einmal im Herbst nach Ungarn fahren.
Und dann kam ALLES anders.

Boci schlief am Sonntagmorgen neben unserem Bett ein und wachte nicht mehr auf. Mitten in der Nacht gab ich ihr noch etwas zu trinken und sie gab mir einen Kuss auf meine Hand und ich ihr auf die Stirn. Wenn ich so überlege, war das unser Abschied. Ein Abschied, der doch noch gar nicht an der Zeit war! Es war einfach noch nicht Zeit!!!

Boci ist mit uns durch alle Höhen und Tiefen gegangen, immer an unserer Seite! Sie war das Beste, was uns je passiert ist. Sie ist und bleibt – DIE EINE! Unsere einzigartige Boci.

Mein Engelchen,

weißt Du noch, als wir uns das erste Mal sahen? Von Anfang an war mir klar, wir Beide gehören zusammen. Ich erinnere mich noch, wie weich Deine Ohren waren, wie wundervoll Du gerochen hast. Wie zauberhaft Dein kleiner Eierkopf aussah! Und ich mir Sorgen machte, ob diese Kopfform wohl normal ist!

Ich erinnere mich noch an Deinen ersten Mittagsapfel, der ab diesem Tag zu unserem täglichen Ritual wurde! Weißt Du noch, was wir alles gemeinsam erlebt und überlebt haben? Erinnerst Du Dich an die Wildschweinchen, die im Wald einfach vor uns standen und du so entzückt von ihnen warst. Michael war ganz außer sich und Du hast es gar nicht verstanden!
Wie oft wir vor einem Scherbenhaufen standen und wir ihn gemeinsam aufgehoben haben? Wie Du Jonas verstanden hast, wenn er sich selbst im Weg stand und in seinem Zimmer saß. Er nicht reden wollte, er selbst nicht wusste, was er wollte. Und Du mit einer Selbstverständlichkeit, Dich zu ihm gelegt hast und durch Deine reine Anwesenheit ihn beruhigt hast und alles nach kurzer Zeit verflogen war? Wie Du mit Noah durch den Schnee gerannt bist? Ihr Euch gemeinsam in die Blätterhaufen im Herbst geschmissen habt? An Eure Entdeckung des Sternenmoos? Noah geguckt und Du es erstmal probiert hast?

Wie Du Michael beigebracht hast, dass er Dich als ERSTES zu begrüßen hat?
An unsere Zeit in Ungarn ? An die wunderschönen Spaziergänge, als Du klein warst? Wie Du mit voller Inbrunst in den kleinen See voller Kaulquappen gestolpert bist? Gefühlt hingen tausende an Dir! Gott war das ekelig. Du fandest es klasse und mein Gedanken war nur, wie ich diese glitschigen Dingerchen aus Deinem Fell bekomme. Wie Du jeden Morgen den Pferden, die Mitten im Wald standen, einfach – HALLO- gesagt hast? Deine Leichtigkeit und selbstverständliche Ruhe mit der Du an jede Situation rangegangen bist, hat mich von Anfang an so fasziniert. Und warst nur Du es, die uns zu dem uns gemacht hast, was wir heute sind!? Ich möchte Dir Danke sagen! Danke mein Engel, dass Du immer da warst, nie etwas gefordert hast, immer lieb warst und mir bzw. uns immer zur Seite gestanden hast.
Danke, dass Du uns Cuki geschenkt hast. Danke für diesen Quatschkopf, die Dich so vermisst. Sie liegt seit Tagen auf der Stelle, wo Du eingeschlafen bist, mit der Deiner Decke und wartet auf Dich. Und Toffee, die darauf wartet, dass Du sie wie immer jeden Morgen sauber machst. Und Mézi, die schon Tage vorher verändert war und nun auf dem Esszimmerstuhl sitzt und aus dem Fenster guckt und wartet, dass Du um die Ecke kommst. Und Deine Abigail, die im Garten unter Deinem Busch liegt und alles aus der Ferne beobachtet und wartet dass Du sie gleich abholst. Wir alle vermissen Dich so. Mittags ist es ganz still, denn keiner steht mehr in Küche und erinnert mich daran, dass jetzt Apfelzeit ist. Keiner schimpft mehr, wenn wir nicht zuhören. Kleiner Eisbär – WIR VERMISSEN DICH SO SEHR!!!
Küsschen auf die Stirn von uns, wir denken jeden Tag an Dich.